BLACK IN DARK

ADC Mitglied Hubertus Hamm ist ein Fotokünstler. Er inszeniert Werbung für international tätige Unternehmen und gestaltet Editorials für zahlreiche Zeitschriften und Magazine. Hubertus studierte an der Bayerischen Staatslehranstalt für Fotografie in München, wo er 1973 mit einem Diplom abschloss. Bereits seit über 35 Jahren arbeitet er nun als selbständiger Fotograf im Bereich der konzeptionellen, redaktionellen und angewandten Fotografie, in seinem Atelier in München.

2011 war seine Ausstellung „Black in Dark – Fotografien von Hubertus Hamm“ in der Münchner Pinakothek der Moderne zu sehen. Auf ADC.de erzählt uns Hubertus, was ihn daran gereizt hat, sich dem Thema „Schwarz“ zu widmen.

Bei meinen konzeptionellen, fotografischen Projekten beschäftige ich mich gerne mit den Parametern, die die Fotografie ausmachen: Ein essenzieller Parameter dabei ist für mich das Licht.

Im Frühjahr 2010 habe ich für das ZEIT Magazin schwarze Designobjekte in einer dunklen Raumecke ohne jegliche Einbeziehung von künstlichem Licht aufgenommen. Das ist für die Produktfotografie durchaus ein ungewöhnlicher und vielleicht auch provokanter Einsatz. Man sieht nur etwas gewaltiges Schwarz-Mattes.

Was ist dort? Bei den Objekten handelt es sich etwa um die Leuchte „Falling Water“ von Tobias Grau, das Fahrrad von Hublot oder Stücke von Ligne Roset und Swarovski. Trotz kaum vorhandener Beleuchtung reflektieren die glatten Oberflächen der Gegenstände ganz leicht und werden dadurch überhaupt erst sichtbar. Es scheint, als würden sie schwach vor dem Hintergrund eines unbestimmten Raumes glimmen. Darüber hinaus absorbieren die tiefschwarzen und zugleich matten Oberflächen der Fotografien nahezu das gesamte Umgebungslicht. Die Dunkelheit der Aufnahmen erschwert dem Betrachter die Interpretation der fotografierten Objekte, und der unkonventionelle Blickwinkel lässt vieles offen.

Die Bildinhalte erschließen sich oft erst auf den zweiten Blick; sie zwingen den Betrachter zum Stehenbleiben, sie irritieren und bieten dem Auge nur wenige Anhaltspunkte. Der Betrachter tappt buchstäblich im Dunkeln, und so entzieht sich plötzlich etwas greifbares dem Blick und löst sich partiell in Abstraktion auf.

Aktuell arbeite ich an einer Werkgruppe, die sich mit einem weiteren Parameter der Fotografie beschäftigt: der Spiegelung. Denn Fotografien sind Spiegelungen unsere Welt, die durch die Gestaltung und Inszenierung des Fotografen beeinflußt sind.

Indem ich hochspiegelnde, große Stahlplatten verforme, ermögliche ich dem Betrachter, sich ein eigenes, lebendiges Bild von sich und der Umgebung, in der das Bild bzw. der Spiegel hängt, zu machen. Spannend, denn das Ergebnis lässt sich kaum festhalten oder reproduzieren, da sich die Reflektion, abhängig von Standpunkt und Licht, ständig ändert.

VIELEN DANK!

WEBSITE HUBERTUS HAMM